Stilrichtungen: Cowboys, Trapper, Mexikaner

Cowboys

Von 1750 an ist das Wort gebräuchlich für die Begleiter von Rinderherden in Virginia, Carolina und Georgia. Spezialisierte Rinderhirten, nach dem Vorbild des mexikanischen "Vaquero", tauchen aber erst in den unruhigen Jahren auf, die Gründung und Unabhängigkeitskrieg der texanischen Republik einleiteten (1830 bis 1863).

Die große Zeit des amerikanischen Cowboys, die ihn zur symobolträchtigsten Figur des Nationalmythos machte, brach mit dem Ende des Sezessionskrieges (1865) an, weil nach der Verwüstung des Krieges der Fleisch- und Häutebedarf enorm stieg. Sie war zu Ende, als die Eisenbahn der Wildnis alle Schrecken nahm und Millionen Siedler nach Westen brachte, die das Land in Besitz nahmen und einzäunten.

Die riesigen Herden wilder "Longhorns" fanden zunächst kaum Interesse, da der Fleischbedarf minimal war. Es bestand nur ein geringfügiger Markt für Häute, Hörner, Hufe und Knochen zur Herstellung von Leim und Rindertalg für Kerzen sowie an Haaren für Kissen.

Innerhalb einer Generation (etwa 30 Jahre) entwickelte sich der Cowboy zum eigentlichen"Homo americanus", jenem Typ Mensch , den es vorher nie gegeben hatte und später niemals mehr geben sollte. Was ihn hierzu gemacht hatte, war der vornehmlich durch Naturgesetze entwickelte Ehrenkodex des Reiters, dem er sich freiwillig unterwarf. Geld und Erfolg, bedeuteten ihm nichts. Ehre und Selbstachtung, Hilfsbereitschaft und Würde alles.

Dieser ungeschriebene Ehrenkodex ließ persönliche Unterwerfung nicht zu. Deshalb war die Gesellschaft der Cowboys vollendet demokratisch. Sie erkannten nur persönliche Leistung und Charakterstärke an. Die stolze Arroganz der Reiter ließ z.B. den Faustkampf als Form der Auseinandersetzung nicht zu, sondern bevorzugte hier die rituelle Form des fairen Revolverduells.

Der Cowboy war der wahre "Aristokrat Amerikas" der sich als eine Art fahrender "Ritter vom Colt" verstand, auf die Menschen zu Fuß herabschaute und es strikt ablehnte, irgendeine andere als Sattelarbeit zu verrichten. Deshalb findet man unter Goldgräbern, Ackerbauern, Eisenbahnarbeitern und Büffeljägern niemals echte Cowboys.

Trapper

Bevor die Siedler aus dem Osten mit ihren Trecks in den Westen aufbrachen, waren es die Voyageurs, Mountain Men und Trapper, die die Wege in den unbekannten Kontinent ebneten. Sie bestritten ihren Lebensunterhalt als Fallensteller und waren zahllosen Gefahren der Wildnis ausgesetzt. Viele von ihnen erforschten auf ihren Vorstößen in die neue Welt geeignete Wege über die Berge zu den großen Seen, fuhren auf den Flüssen und kamen so nach Kanada, Alaska und bis an den Pacific.

Durch die Streifzüge lernten sie auch viele Indianerstämme kennen, die ihnen nicht immer freundlich gesinnt waren. Viele Trapper waren daher auch mit indianischen Frauen verheiratet. Sie kleideten sich in Hirschlederhosen, Mokassins und passten sich dem Leben in der Wildnis nach Art der Indianer an. So entstanden auch einige Handelsposten.1670 wurde die Hudson Bay Company gegründet. In Kanada wurde die schottische North West Company gegründet, die sich erbittert um die Vorherrschaft mit der Hudson Bay Company stritt.

Bekannte Persönlichkeiten waren Jedediah Smith, Thomas Fitzpatrick, Mose Black Harris, Joe Meek, James Clymen, Old Ben Williams, Mick Finck und William H. Ashley.

William H. Ashley war es dann auch, der die Unzufriedenheit der angestellten Trapper und Pelzhändler ausnutzte und mit ihnen Verträge abschloss, in denen er sich zur Abnahme aller Pelze zu Festpreisen verpflichtete. Die Felle wurden mit Waren bezahlt und nur ein geringer Teil in bar, was diesen Männern viel lieber war. Die Trapper blieben frei und ungebunden.

1825 fand das ersten Trapper - Rendezvous statt. In der Blütezeit des Pelzhandels von 1826 - 1847 trafen sich die Waldläufer einmal im Jahr zu ihrem Rendezvous. Es waren "Wilde Feste", bei denen sich die Trapper von ihrem entbehrungsreichen Leben in der Wildnis "erholten". Sie bleiben für die Eroberung des amerikanischen Kontinentes Männer einer besonderen Art, die es nie zuvor gegeben hatte und niemals mehr nach ihnen gab.

Mexikaner

1985 ging Jörg "Jim" auf sein erstes Council (Jahrestreffen der Westernvereine im Westernbund). Dieses Council besuchte er als Trapper und hatte den ersten Kontakt zu Hobbyisten, die als "mexikanische" Revolutionäre gekleidet waren. Hier ein persönlicher Eindruck von ihm:

Von dieser Zeit an hegte ich den Wunsch, mich dieser Hobbyrichtung anzuschließen. Viele Besuche befreundeter Vereine, lange Gespräche und eine Vielzahl von Telefonaten waren der Grundstock für meine neu eingeschlagene Hobbyrichtung.

Die Bücher von Ernst Lönsdorf ("Der Indio" und "Bestie, ich in Mexiko"), der selbst in den Wirren der mexikanischen Revolution zwischen 1914 und 1918 aktiver Kämpfer war,bestärkten mich in meinem Tun. Die aufgeführten Bücher sind der unumgängliche Leitfaden für meine Hobbyrichtung - einen mexikanischen Revolutionänpferzur Zeit des 1. Weltkrieges.

Auch mein Clubkamerad Harry begeisterte sich bald für diese Hobbyrichtung. Gemeinsam gingen wir Jahre später als Yaqui-Krieger, die unter Pancho Villa in der mexikanischen Revolution kämpften, auf das Council. Diese Epoche durch Kleidung und Utensilien darzustellen, ist unser Ziel. Jedoch gehören mittlerweile z.B. auch mexikanische Uniformen aus dem Grenzkrieg der USA und Mexiko (1845-1848) zum Fundus. Auch mit Kleidung und Gerät aus der Zeit ab 1862, in der Napoleon III, den Erzherzog Maximilian von Habsburg mit französischen Fremdenlegionären in Mexiko einsetzte, sind wir ausgerüstet.

Besonders bei den Mexikanertreffen spiegelt sich die ganze Vielfalt der vorangegangenen Epochen und der Einflüsse militärischer Beobachter aus Europa wieder.

Auf die langjährige und interessante Geschichte Mexikos gehe ich hier nicht ein; diese ist in jedem guten Lexikon nachzulesen.